Namaste: Jede*r wirkt mit im zivilisatorischen Experiment

Wir befinden uns als Menschen - in unserem jeweiligen Kontext - in einem sich stetig verändernden Miteinander, über viele bewusste und weniger bewusste funktionale, ex- und implizite Organellen und Systemeinheiten gesteuert. Also, ganz im agilen Sinne, jeder von uns ist Teil eines stetigen Experimentes. Zugunsten unserer Zivilisation. Das ist ja auch eine Art von Wertschöpfung. Und wenn KLARA loszieht in die Organisationen, zu den Menschen, dann trägt KLARAs Beitrag, wenn es gut läuft, zu mehr zivilisatorischer Reife und Weiterentwicklung bei. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. ;-)

Augenhöhe, Selbstorganisation, Kollaboration, New Work, Agilität – allesamt gebräuchliche Wortliebhabereien, wenn es um zeitgemäße Zusammenarbeit geht. Argumentationsstränge für deren Berechtigung sind unterschiedlicher Natur. Die einen argumentieren auf Basis von Menschenrechten und Verfassung oder greifen auf psychologische Erkenntnisse und Achtsamkeitslehre zurück, andere wählen die 17 Nachhaltigkeitsziele. Auch Humanisierung der Arbeitswelt ist – zugegebenermaßen – ein in die Jahre gekommener Fokus. Oder Fairness als Orientierungsgeber nicht zu vergessen (Allerdings in der Regel im nationalen Kontext. Das T-Shirt darf gern weiterhin mehr als preiswert bleiben). Andere verweisen auf die Notwendigkeit von Selbstorganisation für das Händling eines komplexen Businesses. Ich habe schon von allem etwas verwendet.

Zivilisatorisches Projekt

Durch die Lektüre des Buches „Alles könnte anders sein“, von Harald Welzer, ein phantasievolles und kluges Plädoyer für eine offene und freie Gesellschaft und Zukunft, bin ich auf das Stichwort „Zivilisatorisches Projekt“ gestoßen. Für dessen Weiterentwicklung sich Welzer stark macht. Das hat Wellen in mir geschlagen.

Schauen wir auf gängige zwischenmenschliche Konflikte. Wir können uns natürlich beschimpfen, anklagen, ausgrenzen, machtvoll unter Druck setzen, wenn es schwierig wird. Krank werden, in innere Kündigung gehen, anschwärzen, bekämpfen, Abmahnungen schreiben usw., wenn Zusammenarbeit nicht klappt oder Menschen im Unternehmen nicht hinter dem stehen, was Geschäftsführung sich jetzt ausgedacht hat. Können wir machen. Aber es ginge sicherlich auch anders.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat unsere Art allerlei Regelwerk geschaffen, um Miteinander in dicht bevölkerten Städten, auf verstopften Straßen und umkämpften Lieblingsplätzen möglich zu machen. I.d.R. ohne Keule und Augenausstecherei.

Es ist schon erstaunlich, welche Wunder Regelsysteme und verinnerlichte Normen tagtäglich vollbringen bei knapp 7,7 Mrd. Menschen auf diesem Blauen Planeten! Zumindest im direkten Kontakt. Seit den 70er Jahren hat sich die Zahl unserer Artgenossen übrigens verdoppelt, das ist schon was. Da ist eine Wertschätzung an uns alle drin.

Doch ab und an, wenn ich meinen Job mache, auf verkrustete Konfliktstrukturen stoße, die sich leise oder laut äußern, dann gibt es Luft nach oben. Oder auch, wenn ich meine Artgenossen beobachte, wie sie alles besser wissen ohne nachzufragen, andere mit bitterem Zug um den Mund angeifern. Oder wenn Digitalisierung über alles Menschliche gehoben wird … dann verspüre ich ein tiefes Seufzen und gewisse Hilflosigkeit in mir. Es müsste freundlicher zugehen könne. Denke ich. Und menschlicher. Zivilisatorischer eben.

Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen, Uwe Lübbermann von Premium Cola bei einem Vortrag zu erleben. Bewundernswert finde ich, dass Lübbermann und sein Premium Kollektiv zwar Cola verkaufen, aber letztendlich zivilisatorische Lern- und Reifungsprozesse möglich machen. Zufrieden und bescheiden, aufgeklärt und bewusst. Der wahre Zweck des Unternehmens ist, sich im Kollektiv weiterzuentwickeln und zu reifen. Über den Weg, transparent Cola zu produzieren und zu vertreiben. Nur so nebenbei, sobald man oder frau eine Cola trinkt, sind sie Teil des Premium Kollektivs. Spannend oder?

Aber zurück zu KLARAs Tagesgeschäft


Wenn KLARA also loszieht und evolutionäre Praxis verbreiten, zugänglich und erfahrbar machen möchte - oder ganz praktisch ab und an Open Spaces oder Meinungsverschiedenheiten zu moderieren hat, dann wird sie in Zukunft gern einmal die Perspektive vergrößern. Und fragen ...

  • Welche Erwartungen die Beteiligten denn an das zivilisatorische Projekt gesellschaftlichen Miteinanders verspüren?
  • Und wie sie, als die Person, die sie selbst zukünftig sein möchten, dann handeln würden?

  • Welchen Weg sie raus aus dem Engpass sich wünschen – ohne Tricks oder Richter, sondern aus eigener zivilisatorischer Kompetenz heraus? Hin zu zivilisatorischem Miteinander und förderlichen Vereinbarungen?

Ja, das wird KLARA ab jetzt öfter fragen. Schließlich steckt in Vertragen ja auch Vertrag.

Und noch ein klitzekleiner Elefantengruß zum Schluss: Zivilisation beginnt bei jedem von uns. In dem Sinne, bleiben wir dran, überwinden das Ego und finden kluge Wege zugunsten zivilisatorischen Miteinanders!

Namaste (ich verbeuge mich vor dir ;-))

 

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